Die Villa Arvedi bei Verona

04. September 2020

Villa Arvedi

Im Gebiet von Verona gibt es viele imposante alte Villen, die vormals als Sommerresidenzen für reiche und adelige Italiener gedient haben.

Eine davon ist die Villa Arvedi. Seit 1824 ist sie im Besitz der Familie, die der Villa auch ihren Namen gibt.

Der Grundstein für das Haus wurden bereits um 1200 gelegt – von Mitgliedern der „Della Scala“ Familie, welche zu dieser Zeit die Herren von Verona waren.

Der italienische Garten

Als ich die Villa besucht habe, habe ich erstmal zwei Angestellte aufgeschreckt – die Dame im Shop, als auch die persönliche Assistentin der alten Lady des Hauses. Wie ich dann erfahren habe, gibt es eigentlich nur Führungen für Gruppen unter vorheriger Anmeldung. Nicht für eine einzelne Touristin, die da einfach mal an die Türe klopft.

Barock-Kirche // dedicated to Saint Carlo Borromeo

Nachdem die sehr nette Assistentin beim Chef persönlich angerufen und nachgefragt hat, was sie mit mir nun machen soll, habe ich tatsächlich eine private Führung erhalten.

Als die Familie Arvedi 1824 das Grundstück gekauft hatte, wollte man die Villa zuerst um Gebäude für die Herstellung von Seide erweitern. Dies wurde nie umgesetzt, die Pläne dafür kann man aber in der Villa einsehen. Ältere Einwohner von Grezzana erinnern sich wohl noch daran, dass hier tatsächlich einmal eine Weile Seide produziert wurde, bevor man sich dort voll und ganz auf die Herstellung von Olivenöl konzentriert hat. Die Produktion des Öls auf den Ländereien ist bis 1432 zurück belegt.

Die Villa wird in mindestens zwei Abschnitten von der Familie selbst und dem Hund Terremoto bewohnt. Um Rom gab es vor einigen Jahren ein paar Erdbeben und zu dieser Zeit kam der Hund von dort zur Familie – und dieser auf Grund der Ereignisse zu seinem Namen. Er wirkt auch wie ein kleines Erdbeben, wie er dort so durch den Garten tollt. Zu anfangs ist er wohl gerne ausgebüxt und man musste ihn im Dorf wieder einfangen.

Ansonsten kann man Räume der Villa und den Garten natürlich heutzutage für allerlei Festlichkeiten mieten.

Die nette Assistentin hat am Ende der Führung betont, dass es der Familie Arvedi sehr am Herzen, dass man die Villa für Interessierte zugänglich macht.

Sie hat mich gebeten eine E-Mail mit ein paar Zeilen zu schicken, weil ich mich nicht ins Gästebuch eintragen konnte. Die Familie würde sich sehr darüber freuen, zu hören, wie es mir gefallen hat.

Das mache ich natürlich sehr gerne – und sage auch jetzt schon mille grazie für diese einmalige Gelegenheit.

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