Whiskytasting am SLYRSee

It’s not a scotch, it’s not a bourbon, it´s a SLYRS.

Für alle, die sich jetzt wundern – ja, wir haben im wunderschönen Bayern im Örtchen Schliersee, direkt am gleichnamigen See, ca. eine Stunde von München gelegen, eine original bayrische Whiskydestillerie. Entstanden ist SLYRS Ende der 90er Jahre als eine Marke aus der traditionsreichen Edelbrand-Destillerie Lantenhammer aus Hausham. Mitte der 90er Jahre hat man dort angefangen mit Whiskey zu experimentieren, 2002 wurden die ersten Flaschen verkauft. Genaugenommen innerhalb von drei Tagen alle 1600 Flaschen aus der allerersten Produktion. Ein voller Erfolg.

Der Name SLYRS kommt aus dem gälischen – vor gut 1500 Jahren hatten sich in der Gegend um den See fünf irische Mönche angesiedelt. SLYRS leitet sich von dem altbairischen Namen für den Schliersee und das alte Kloster (welches leider nicht mehr existiert) ab – „Slyrse“. Die Aussprache ist entsprechend „Schliers“ und nicht „Slürs“ oder ähnliches, wie ich gelernt habe.

Im Gegensatz zu Wein gehörte Whisky bisher nicht so zu meinen Leidenschaften. Aber ich wollte die Führung und das Tasting aus Interesse trotzdem machen. Spoiler: ich bin nach den zwei Stunden keine Whisky-Liebhaberin geworden.

Los ging es mit einem ca. dreiminütigen Imagefilm. Der war zwar sehr schön und geht sicherlich als wunderbarer Werbefilm für die Gegend um den „Slyrse“ durch, der wohl das Lebensgefühl etwas vermitteln sollte – ich konnte aber nicht wirklich viel mit der Marke verbinden. Das fand ich tatsächlich etwas schade.

Nach dem Film wurden wir in die „Heiligen Hallen“ geführt, in denen der Whisky hergestellt, verfeinert und teilweise eingelagert wird. Die ersten fünf Schritte, bis es für den Whisky in die Destillation geht, sind die gleichen, wie bei der Bierherstellung. Evtl. mach es jetzt Sinn, dass mir beides nicht schmeckt, weil es die gleichen Grundlagen hat. Es wird Braugerste verwendet, die in der Umgebung angebaut wird. Inzwischen gibt es allerdings auch den „Bavarian Rye“ – ein Whisky auf der Grundlage von Roggen.

Wir durften „frischen“ Whisky nach der ersten Destillation probieren. Hier lag der Alkoholgehalt bei 70%. Es brennt. Das besondere am SLYRS-Whisky ist, dass man nach der Destillation wieder frisches Quellwasser dazu gibt – so wird der Alkoholgehalt auf ca. 50% reduziert. Hierin liegt auch die Unterscheidung zur Herstellung von z. B. klassischem schottischen Whisky. Die Destillateurmeister von SLYRS hatten sich dazu entschieden, dass der Whisky mehr Geschmack enthalten und weniger hochprozentig sein sollte, weshalb man sich für einen neuen Herstellungsprozess entschieden hatte.

Bei SLYRS gibt es für Whisky-Liebhaber die Möglichkeit, eigenen Whisky zu kreieren. Aus dem sogenannten „New Make“ wird der Whisky nach eigenem Gusto verfeinert. Das Fass wird dort eingelagert und man wird jährlich zum „Fass-Geburtstag“ eingeladen, kann seinen Whisky verkosten und entscheiden, ob dieser nun fertig ist oder noch weiter eingelagert werden soll.

Das kleine Tasting fand am Ende der Führung statt mit Blick auf die schönen Berge. Getestet wurde der „Classic“ Whisky mit 43%, ein Likör und zusätzlich konnte man noch einen weiteren selbst wählen. Hier hatte ich den „Bairish Coffee Liquer“ (28%).

Bei der Führung hatte mich vor allem der Unterschied zur Herstellung von Wein interessiert. Erstmal, wie schon erwähnt, die ersten Schritte für die Herstellung von Whisky sind die gleichen, wie bei Bier. Das war mir überhaupt nicht bewusst. Die Whiskyfässer sind ebenso wie die Fässer für Balsamico nicht luftdicht verschlossen. Bei Wein ja ein absolutes No-Go. Ein Tuch und ein Stöpsel schließen das Fass ab, bei Balsamico wird sogar nur ein Tuch darüber gelegt. Einige der Whiskyfässer sind auch mal undicht, das sieht man ganz entspannt, es wird regelmäßig geprüft und wenn sowas passiert, füllt man einfach um. Wein wäre hier einfach dem Untergang geweiht.

Hinterlasse einen Kommentar