Der Donaudurchbruch und das Kloster Weltenburg

A point on the bucket list of Jack and Ally for their next trip to Bavaria.

[SPOILER: Im Beitrag sind sehr viele Fotos enthalten, ich konnte mich einfach nicht entscheiden. Bitte verzeiht.]

Seit ich vor einigen Jahren auf der Premiere des Kinofilms „Deutschland von oben“ war und die Aufnahmen des Klosters und Donaudurchbruchs gesehen habe, wollte ich unbedingt dorthin. Deshalb war ich dann, ich glaube in 2017, mit einer Freundin dort. Es war ein unfassbar heißer April-Tag und wir wären fast verdurstet auf dem kurzen Fußweg vom Parkplatz bei Weltenburg zum Biergarten und der anschließenden Schifffahrt.

Nun hatte ich mir vorgenommen, den Weg von Kelheim nach Weltenburg mit ausreichend Wasser im Gepäck zu gehen, um den Blick von oben auf Weltenburg und den Donaudurchbruch zu haben bzw. korrekter Weise „den Blick auf die Weltenburger Enge“. Am Ende des Wanderweges hat man zweierlei Möglichkeiten ans andere Ufer zu kommen – eine kurze Überfahrt mit einer Zille oder ein paar hundert Meter weiter die Seilfähre. Dazu aber später. Und sollte die Zeit noch ausreichend sein, wollte ich auch zur Befreiungshalle, die hoch auf einem Berg über der Donau thront.

Dazu hatten wir letztens Mal keine Zeit oder keine Lust – ich kann mich nicht mehr erinnern – nur ein zweites Mal wollte ich mir das nicht entgehen lassen.

Seit Februar 2020 ist die „Weltenburger Enge“ übrigens das erste Nationale Naturmonument in Bayern. Bereits 1840, als die Befreiungshalle in Kelheim fertiggestellt wurde, stellte König Ludwig I diese besondere Gegend unter Schutz, um deren Schönheit zu erhalten. Offiziell unter Naturschutz wurde der Donaudurchbruch erst 1938 gestellt. Völlig zu recht.

Ab etwa der Hälfte des Weges musste man sich entscheiden, ob man „kurz & knackig“ nach oben will oder den Weg nimmt, der Kinderwagen geeignet ist. „Kurz & Knackig“ geht über den sogenannten „Bienenkorb“ – dort ist ein beliebter Badestrand der Donau. Kurz mag sein … knackig ist untertrieben – und dabei geht es nicht so sehr um den steilen Weg – sondern die Art der Befestigung des Weges. Von unten kann man das nicht so absehen – und wenn man es erstmal realisiert, ist es keine Option mehr umzudrehen. Offensichtlich bin ich aber nicht abgestürzt.

Zugegebenermaßen … einmal oben auf dem Berg im Wald angekommen und im Schatten der Bäume bei 28 Grad zu gehen ist wunderbar – es gibt immer wieder grandiose Aussichtspunkte über die Donau und am Ende über Kloster Weltenburg. „Kurz & Knackig“ ist definitiv rentabel, aber ein zweites Mal würde ich den Weg nicht gehen.

Meine Wahl, um auf die andere Seite der Donau und in den Biergarten im Kloster zu kommen, fiel auf die Seilfähre. Während die Zillen seit jeher traditionelle Fischerbote im bayrischen und österreichischen Donauraum sind, wird die Seilfähre bereits seit 1442 (sprich bereits vor der Entdeckung Amerikas 1492) genutzt, um von der einen Seite der Donau zur anderen zu kommen. Die Fähre hängt an einem Seil über der Donau und sie gleitet dann mehr oder weniger ans andere Ufer.

Schnitzel mit Pommes und Spezi im Biergarten waren dann mehr als verdient. Für die Bier-Fans unter euch, die Klosterbrauerei Weltenburg hat bereits im Jahr 1050 Erwähnung gefunden und ist somit die „Älteste Klosterbrauerei der Welt“, in der man auch Führungen machen kann. Das Kloster selbst wurde um 600 gegründet und ist somit „älteste klösterliche Niederlassung Bayerns“ (sagt die Webseite). Im Kloster leben derzeit sieben Mönche, die dem Benediktinerorden angehören.

Zurück nach Kelheim ging es dann mit dem Schiff. Die Fahrt nach Kelheim dauert ca. 20 Minuten, während es in der Gegenrichtung ca. 40 Minuten dauert – mit bzw. gegen den Strom der Donau. Die Fahrt wird aber nicht billiger, nur weil es in der einen Richtung schneller geht 😉 Ich hatte an dem Tag Glück, die Donauschifffahrt wurde erst ein paar Tage zuvor – zum Start der bayrischen Sommerferien – wieder aufgenommen, denn auch die Donau hat auf Grund des heißen Sommers einen sehr niedrigen Wasserstand.

Und es war wirklich noch Zeit für die zu Anfangs erwähnte Befreiungshalle. Glücklicherweise kann man dort bis fast vor die Türe mit dem Auto fahren und es war gegen 17.15 noch ausreichend Zeit, bis die Halle um 18 Uhr geschlossen wurde.

Was für eine Schönheit:

Wer dieses zauberhafte Fleckchen Erde in unserem schönen Bayernland bisher noch nicht besucht hat, sollte das wirklich umgehend tun.

Bayern ❤

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