Hauspatschen-Zeit.
Als ich auf der Webseite vom Hotel gelesen habe, „wir sind ein Hauspatschen-Hotel“, dachte ich mir so, ja ja. Ich hab keine und kaufe jetzt auch keine für zwei Nächte, der Zutritt wird mir schon nicht verweigert werden. Das natürlich nicht, aber das Hotel Zum Urviech hat damit ernst gemacht und Hausschuhe gestellt. Es gibt einen Hausschuhraum, in dem Schuhwechsel angesagt ist. Straßenschuhe nur im EG erlaubt. Ich dachte mir zuerst, die Österreicher wieder … dann war der Hotelbesitzer aber ein Münchner … allerdings kam im Laufe des Aufenthalts auf, dass es doch die Österreicher in Form des Vorbesitzers waren, die ihre Liebe zu Hausschuhen hier eingebracht haben. Alles in allem aber eine ganz angenehme Sache.



Verortet ist das Hotel in Ehrwald, 8 km über der Grenze in Österreich, gelegen in der Tiroler Zugspitzarena. Da bestes Cabrio-Sonnenschein-Wetter war, hab ich mir die Gegend etwas angesehen und hatte das Gefühl, man kann da eigentlich nur im Kreis zwischen den fünf Orten der Zugspitzarena – Ehrwald, Lermoos, Biberwier, Bichlbach und Berwang – fahren. Da braucht es auch kein Navi, wenn man ortsfremd ist, so lang man die Autobahn meidet, kommt man immer wieder beim Hotel raus.
Die Orte sind alle sehr übersichtlich und hübsch und es gibt einen schönen Weg zwischen Ehrwald und Lermoos, den ich ein Stück gegangen bin, nachdem ich mir den Ort selbst angesehen habe. Ich hatte so ein bisschen Indian Summer – Gefühl, weil überall so tolle Herbstfarben bei strahlendem Sonnenschein geleuchtet haben.






Blindsee
Einen kleinen Ausflug habe ich an den zu Biberwier gehörigen, aber in Privatbesitz befindlichen Blindsee gemacht. Der Blindsee liegt auf knapp 1000m am Fuße vom Fernpass und ist mit dem Auto über eine kleine Straße erreichbar, Parkplatz inklusive kostet die Zufahrt stolze 15€. Wer dort mehr als schwimmen oder wandern machen will, muss sich übrigens eine Genehmigung beim Besitzer des Sees einholen. Man darf dort z.B. ohne Genehmigung nicht tauchen oder das SUP nutzen.

Ich hatte schon gelesen, dass vor allem „Trittsicherheit“ erforderlich wäre und das trifft es ziemlich genau. Und schwindelfrei sollte man auch sein. Ein Teilstück des Weges um den See ist etwas schmal, aber gut begehbar, an ein paar leicht kritischeren Stellen sind Handläufe vorhanden. Nur hätte ich evtl. nicht den Bericht über den Radfahrer lesen sollen, der vom Weg aus in den See gerutscht ist, er wurde aber glücklicherweise von seinen Freunden gerettet und ist weitergefahren, das hat mir geringfügig Hoffnung gegeben, dass es schon nicht so schlimm wäre, vom schmalen Weg in den See zu fallen. Ich bin aber trocken geblieben.



Es ist tatsächlich nur ein kurzer Abschnitt des Weges, der so verläuft – dafür hat man aber auch einen traumhaften Blick. Gestartet bin ich vom Parkplatz aus gegen den Uhrzeigersinn und habe eben diesen „Panoramaweg“ genommen – an dessen Ende war ein kleiner Badestrand und diverse Optionen von Wegen – aber keine Beschilderung. Da ich jetzt nicht allein in den Österreichischen Alpen verloren gehen wollte, habe ich den Rückzug angetreten und bin den gleichen Weg einfach zurück gegangen, der war auch aus der Gegenrichtung sehr sehenswert. Dafür bin ich nochmal ein Stück im Uhrzeigersinn am See entlang gegangen. Geplant war eigentlich schon eine Rundwanderung. Aber was solls, war auch so sehr schön und ich kam mir ein bisschen, wie in Kanada vor, auch wenn ich noch nie dort war.







Die Elfi und ihr Dorfladen
Und falls jemand von euch jemals nach Ehrwald fahren sollte, bitte stattet Elfi im Dorfladen einen Besuch ab. Ich glaub, das war mein persönlich bezauberndstes Highlight dort. Die Ladies mit Gehstock, die sich bei ihrer Freundin Elfi auf einen Wein getroffen haben. „Da ischs luschtig, da kimm rein“ kam lachend eine ältere Lady in das kleine Lädchen zu ihren Freundinnen, Elfi war schon auf dem Weg mit einem Gläschen Wein für sie. Und meinte zu mir, je mehr Wein, desto lustiger wird es.


