Die European Championships und das Roofs Festival im Olympiapark.

Im letzten Sommer, vom 10. – 21. August, war der Olympiapark eine einzige große Party – sportlich gesehen (die European Championships), als auch musikalisch und künstlerisch (das The Roofs – Festival). Es war für alle etwas dabei. Der Olympiapark wurde nach 50 Jahren endlich wieder Gastgeber eines sportlichen Großereignisses und dazu hat die Stadt ein wirklich großartiges Festival mit täglichen Konzerten, kreativen Workshops, Kunst, Lichtinstallationen und was so dazu gehört einfach für alle veranstaltet. Teilweise waren die Sportevents sogar kostenfrei, so z.B. BMX-Europameisterschaft, Triathlon oder auch Crosscountry Mountainbike. Die Musiker konnten sich sehen lassen: Marteria und die Sportfreunden Stiller haben das Festival eröffnet, an den nächsten Tage folgten Wanda, die Beatsteaks, Elif, Münchner Freiheit und viele mehr.
Im Vorfeld zur Veranstaltung war ich des Öfteren im Olympiapark, konnte die Aufbauarbeiten mitverfolgen, wie sich der Park so langsam zum Gastgeber dieses großen Events verwandelt und raten, was das wohl alles wird. Übrigens gab es nach dem Ende der Veranstaltung den Aufruf, dass man sich das Holz im Park kostenfrei abholen kann, was hier die einzelnen Roofs und Sportevents verarbeitet wurde. Ganz nachhaltig also.





Es war so toll, als man ab dem Zeitpunkt der Eröffnung den Park bei schönstem Sommerwetter zwölf Tage lang so erleben durfte: feiernde, entspannte Besucher und Sportler, denen man bei Interviews absolut angemerkt hat, wieviel Spaß sie hier hatten. Die Zuschauer und Besucher haben alle Nationen gefeiert und angefeuert, ein ganz buntes und farbenfrohes Festival. Es kam so ein Hauch olympisches Fieber auf und man konnte sich in etwa vorstellen, wie die Stadt wohl aussehen würde, wären es nicht nur die European Championships. Ein paar Erinnerungen an unser deutsches Sommermärchen 2006, die Fußball Weltmeisterschaft, wurden auch wieder wach.
Der Park war in verschiedene Bühnen aufgeteilt, die sich bis hin zur BMW Welt gestreckt haben. Central Roof, Heimat Roof, Art Roof, Kids Roof, Capri Roof usw. – überall gab es Dinge zum Erleben, Mitmachen, Entdecken, man konnte entspannten, sich das kleine Museum auf dem See ansehen oder einfach die Sonne genießen bei einem leckeren Cocktail.



Tag 0 – Eröffnung
Wie auch wir, so hatte die Stadt wohl den Zustrom der Menschen völlig unterschätzt. Über die App auf dem Handy kam abends die info, bitte nicht mehr abreisen, der Park ist voll. Ja, das war aber zu spät für uns. Egal. Mit meinen Nachbarn war ich zum Eröffnungskonzert von Marteria und den Sportfreunden Stiller verabredet. Wir sind „getrennt angereist“ und wollten uns dann im Park treffen. Das hat sich erstmal etwas schwierig gestaltet, weil der Park einfach so voll war mit unfassbar vielen Menschen. Gefunden haben wir uns trotzdem und auch wenn wir von der Eröffnung auf dem Central Roof und die Konzerte nicht so wirklich mitbekommen, war es trotzdem ein sehr netter Abend.



Tag 1 – Wie läuft das hier eigentlich?
Ich hatte an der Eröffnung zum Glück nebenbei mitbekommen, dass einige Leute Bändchen für das Konzert hatten. Mein persönliches Ziel für den ersten Tag war es also herauszufinden, wie man an diese Bändchen kam. Ich musste ja dringend zum Konzert von Wanda am Sonntag. So bin ich am ersten Tag der Spiele nachmittags in den Park, um mir alles mal etwas genauer anzusehen. Die Lösung kam dann am Infocounter: man konnte sich am Central Roof eine Stunde vor dem jeweiligen Konzert ein Bändchen holen oder sich wahlweise dort einfach nicht mehr wegbewegen. Sprich: frühzeitig da sein, das war zu schaffen.









Tag 2 – Endlich Musik
Endlich gab es die ersten beiden Konzerte: Luna, eine junge deutsche Nachwuchskünstlerin und Elif als Hauptact. Vor der Musik gab es auch etwas Sport zu sehen, ein paar Marathon-Läufer.



Tag 3 – BMX über den Dächern der Stadt
Eine Weile haben wir der Gymnastik-Gruppe auf dem Central Roof zugesehen und die Red Bull Skydiver sind auch eingeflogen, bevor wir hoch auf den Olympiaberg gegangen sind, um über den Dächern der Stadt (was man mehr im Fernsehen als im Park sah) das Finale der BMX Europameisterschaft der Herren zu bestaunen.


Die BMX Europameisterschaft fand auf dem Heimat Roof statt. Man konnte auch als Laie erkennen, wer die bessere Leistung abgeliefert hat, die Jungs sind ganz schön über das Parkett geflitzt und geflogen mit Ihren Rädern. Gewinner und somit neuer Europameister war verdient der Franzose Anthony Jeanjean.



Der traumhafte Sonnenuntergang hat alles getoppt und Musik von Kitschkrieg gab es auch noch an dem Abend.

Tag 4 – Das Fangirl bei Wanda
Auf das Konzert habe ich mich am meisten gefreut. Wanda hatte ich Anfang März 2020 in der Olympiahalle schon mal gesehen und es hat soviel Spaß gemacht. Die Vorband war auch schon, wie beim ersten Konzert, Das Moped. Drei Jungs mit lustiger Kleidung und lustigen Bärten. Ich habe sicherheitshalber das Central Roof nicht mehr verlassen und bin dann tatsächlich in der zweiten Reihe gestanden, obwohl das gar nicht das Ziel war. Jedenfalls ein sehr cooler Abend.



Tag 5 – Pause für mich
Eigentlich wollte ich einen Vorentscheid der Red Bull Streetdance Gruppe nachmittags ansehen, aber es hatte geregnet und obwohl die Sonne noch aufkam, habe ich mich doch für einen Tag Ruhe entschieden. Nach fünf Tagen Party und Action fand ich das irgendwie legitim.
Tag 6 – Die Punkrocker sind los
Den Nachmittag hab ich in der Wiese vor dem Central Roof verbracht, versucht, etwas Schatten zu finden und habe mir Interviews angehört und mich mit ein paar Leuten nett unterhalten, bis abends dann erstmal eine ganz furchtbare IndieRockBand aus Österreich gespielt hat, der dann die Beatsteaks gefolgt sind. Die haben mich wirklich geflasht, ich wollte nur 2-3 Lieder hören und dann heim – aber bei der großartigen Stimmung war das keine Option.



Tag 7 – Waves of Light
Auf dem Olympiasee gegenüber vom Olympiaturm war jeden Abend eine Lichtinstallation, welche sich aber mit den Konzerten zeitlich nicht vereinbaren lies. An dem Abend hat es dann zum Glück perfekt gepasst. Auf einem halbrunden Wasserstrahl wurde Licht projiziert, welches sich zu passender Musik in einen Regenbogen entfaltet und im See gespiegelt hat. Ich mag sowas.



Mit einem Aperol Spritz haben wir auf dem Capri Roof einfach noch den schönen Sommerabend und die bunten Lichter im Olympiapark genossen.



Und eine Siegerehrung gab es am Ende des Tages auch noch:


Tag 8 – Der Königsplatz
Es gab ja nicht nur im Olympiapark sportliche Events, sondern quer durch die Stadt vom Odeonsplatz über den Königsplatz bis hin nach Oberschleißheim zur Ruderregatta. In meiner immer noch offensichtlichen Naivität, was die Anzahl der Leute, die zu den Veranstaltungen wollen, angeht, dachte ich so, spätvormittags kommst du am Königsplatz sicher ganz einfach in die große Arena zum Beachvolleyball. Ja, die Schlange war da schon sicher über einen halben Kilometer lang und bei ungefähr 28 Grad in praller Sonne, habe ich den kleinen Sidecourt bevorzugt und mir das Spiel der Damen zwischen Österreich und Schweden angesehen.
Gfreidi, das offizielle Maskottchen, hab ich dann auch noch kennen gelernt und mich natürlich gefreut (ja, jetzt muss man halt Bayrisch verstehen ;-)). So Wortwitze sind ja eigentlich irgendwie auch blöd.






Tag 9 – Alles hat ein Ende
Das letzte Event für mich waren die Herren im Crosscountry Mountainbike, was über die Hügel im Olympiapark ging. Die Stimmung war super und es hat tatsächlich voll Spaß gemacht den „Radlern“ zuzusehen.



Tag 10 + Tag 11 Es hat geregnet.
Der Samstag stand eigentlich bei mir noch auf dem Plan mit der Münchner Freiheit und Alphaville. Allerdings hatte ich keine Lust, bei strömenden Regen auf der Wiese im Park rumzurutschen. Abends ging es wettertechnisch dann wohl wieder zum Konzert von Alphaville, es waren Freunde von mir dort und wissen wollten, wo ich bin. Ich war auf der Couch. War auch okay.
Und dann war es vorbei.






Alles in allem muss man wirklich sagen, dass es einfach eine Wahnsinns-Sommerparty war, die absolut würdig war, um die Olympischen Spiele vor 50 Jahren, somit auch das 50. jährige Bestehen des Olympiaparks, die European Championships und einfach Die schönste Stadt der Welt selbst zu feiern. Ich liebe Musik und Konzerte, darum war es auch so toll in dieser Location bei Sommerwetter so tolle Konzerte zu sehen. Für die Besucher, als auch die Musiker wird das sicherlich in Erinnerung bleiben. Der Olympiapark ist doch etwas besonderes.









❤ ❤ ❤


Danke Minga ❤