Rehlegg im Juli

Das Berghotel Rehlegg in Ramsau ist über die letzten Jahre zu meinem Lieblingsziel geworden, um ein paar Tage aus der Stadt rauszukommen und etwas Wellness und Ruhe zu genießen. Von München aus ist Ramsau, was im Berchtesgadener Land liegt, in gut zweieinhalb Stunden schnell erreichbar. Ich glaube, das erste Mal war ich hier in 2015 für eine Nacht.

Der Blick vom Zimmer ging diesmal Richtung Haupthaus, man sieht linker Hand das Dach vom Restaurant und kann den Biergarten erahnen, der neuerdings schönen Lounge-Sitzplätze hat. Links sieht man das Gästehaus, vor dem dann auch der schöne Außenpool und die Liegeflächen zu finden sind:

Drei Tage, zwei Nächte – Schwimmen, Massage, entspannen, gutes Essen und plaudern mit meinem Lieblingsbarkeeper Christian.

Da Ramsau ein sehr beliebtes Ziel für Wanderer ist, hat man tagsüber die beiden Pools, die Entspannungsräume, die Sauna und die tollen Liegeflächen am Pool und im Garten zumeist für sich bzw. es sind nur eine Handvoll Leute da, die sich gut verteilen.

Das Rehlegg ist auf Nachhaltigkeit umgestellt worden. Es gibt z. B. im Bad anstatt Duschgels aus einem Plastikbehälter, eine Körperseife aus Eisenkraut. Die riecht so gut. Auf Anfrage kann man Nähzeug etc. haben, es liegt nicht mehr einfach alles in jedem Zimmer aus. Das Essen bzw. die Zutaten kommen aus der nahen Umgebung, man kann nachlesen aus welcher Bäckerei, Metzgerei geliefert wird und es wird viel aus regionalen und saisonalem Gemüse gekocht. Selbstgemachte Marmelade, Kuchen, gesunde Shots zum Frühstück sind selbst gemacht. Auch gibt es in Pool Nähe eine Station mit frischem Quellwasser, was man sich den ganzen Tag über holen kann – in Glasflaschen mit Zitronen oder Orangen versetzt.

Das Hotel hat eine „hauseigene“ Rehlegger Kräuterfee. Für das Almwies`n Spa werden einige Peelings, Öle und was man so braucht, selbst hergestellt. Auch kann man Salze und Brotaufstriche kaufen, die selbst gemacht werden. Zudem gibt es Kurse bei der Kräuterfee, das werde ich mir für den Herbst überlegen.

Ich mag das ja sehr gerne, ein Stückchen Urlaub mit heimnehmen für die Küche. Ende Oktober plane ich einen Aufenthalt mit fünf Nächten und freue mich schon sehr auf eine entspannte Woche im Herbst (und auf die jahreszeitlichen Leckereien aus der Küche).

Auf dem Heimweg habe ich einen kurzen Stopp in Seebruck gemacht:

Mitten im Grünen Herzen Österreichs

Die Steiermark – „Das Grüne Herz Österreichs“ – ist die Heimat einer Freundin von mir. Genauer gesagt das kleine Örtchen Peggau, ca. 20 km entfernt von Graz. Dort wurde in diesem Jahr zusammen mit ihrer Familie und Freunden im Eichberger’s Grill in Deutschfeistritz Geburtstag gefeiert. Eine traumhafte Location „auf’m Bergal“, wie meine Freundin so schön die Lage beschrieben hat. Aber nun erstmal von vorne.

Freitag mittags ging es los nach Peggau, Wetter war super und ich war in knapp vier Stunden vor Ort. Angekommen in Peggau ging erstmal ein richtig krasses Sommergewitter los, aber das sollte egal sein, ich war ja nun schon angekommen. Einquartiert waren die „ausländischen Gäste“, wie uns ihre Mama am nächsten Tag auf der Feier dann so schön besonders begrüßt hat, alle im La Cucina, einem netten kleinem Hotel mit italienischer Küche. Die weitgereisten „Ausländer“ waren alle samt aus Deutschland, zur Hälfte aus München.

Nachmittags gab es eine herzliche Begrüßung mit kleiner Überraschung auf dem Hotelzimmer. Original Steirisches Kürbiskernöl. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Abends war ein Tisch für alle die, Lust und Zeit hatten, im „Fattinger Hof“ reserviert – einem Buschenschank. So konnte man auch schon mal die ersten Gesichter kennenlernen und sich nett unterhalten. Meine Freundin wollte uns mit typisch steirischem Essen ihre Heimat etwas näher bringen, was ich sehr toll fand. Im ersten Moment war ich allerdings mit der Karte völlig überfordert und konnte mich erst nach einer halben Stunde für eine sehr leckere Brotzeit entscheiden (genaugenommen gab es auch nur Brotzeit in ungefähr gefühlten 324 Variationen). In Bayern gibt es ja auch eine Brotzeitkultur – aber nicht in diesem Ausmaß.

Mein Opa hat immer gerne so gegen 16 Uhr Brotzeit gemacht. Nach dem Nachmittagskaffee (okay bei ihm eher Nachmittagsbier) und vor dem Abendessen. Ich sehe ihn heute noch am Tisch in der Küche bei Oma sitzen, wie er sich eine rohe Zwiebel aufschneidet und die zum Butterbrot ist, welches dann in Teilen versehentlich mit einer extra-großen Portion Butter leider auf den Boden fällt. Wo ein kleines Schäferhündchen Namens Rex schon auf seine Chancen auf Butterbrot spekuliert, seit der Opa sich da zum Essen hingesetzt hat.

Aber zurück nach Österreich.

Peggau und Umgebung

Am Samstagmorgen war ich relativ früh wach und wollte die drei Stunden vor der Party noch etwas nutzen, um die Gegend zu erkunden. Die nette Hotelmitarbeiterin hat mir einen kleinen Spaziergang an der Mur in der Nähe vom Kraftwerk empfohlen, was ich dann auch gemacht habe. Das war sehr nett da.

Peggau selbst ist einer der kleinen Orte um Graz, die bekannt für den Abbau von Kalkstein sind. Die Ortschaften sind sehr geprägt davon; Peggau erstreckt sich z.B. hauptsächlich entlang der verlaufenden Eisenbahnschienen.

Happy Ibiza

Um 12.15 wurden wir dann alle von der Gastgeberin abgeholt und sind auf’s Bergal zum Eichberger’s Grill gefahren. Die Sommerparty stand unter dem Motto „Ibiza“. Das Wetter war absolut perfekt: sonnig mit leichten Wolken bei 25/26 Grad. Der erste Blick auf die Party-Location war dann erstmal auch WOW:

Sommerdrinks, Wein aus der hauseigenen Kellerei, frisches Fleisch und Fisch vom Grill, es hat wirklich an nichts gefehlt und es war eine wunderschöne Sommerparty.

Und dann dieser Sonnenuntergang …

Graz

Am nächsten Tag wollte ich unbedingt noch einen Abstecher nach Graz machen, da ich bisher noch nie in der steirischen Landeshauptstadt war. Aber erstmal habe ich noch Halt beim Stift Rein gemacht. Ich hatte das Stift Melk von vor drei Jahren im Sinn, als ich dort ankam, war das ganze allerdings etwas kleiner und übersichtlicher:

Dann ging es weiter nach Graz. Ein kleiner Spaziergang durch die Altstadt und eine Fahrt im Cabrio zur Murinsel haben mir zumindest einen kleinen Überblick über die nette Stadt gegeben. Die Cafès waren auf Grund von Sonntag und SuperSommerTag völlig überfüllt. Dafür gab es später in der Nähe von Peggau noch ein Mittagessen zum Abschied.

Die Murinsel ist eine schwimmende Plattform auf der Mur, die ein Bindeglied zwischen Fluss und Stadt darstellt. Graz war 2003 Kulturhauptstadt, damals hat man die Insel nach der Idee des Grazers Robert Pukenhöfer in Zusammenarbeit mit einem New Yorker Designer als modernes Wahrzeichen der Stadt geschaffen. Man kann dort einfach nur drüber spazieren oder auch für eine Kaffee verweilen. In jedem Fall sehr schön und einen Besuch wert, wenn man in der Stadt ist:

Ein Blick über die Mur:

Zum Abschluss der kleinen Reise hier aber noch mein Highlight aus der Rubrik Individuelle Gartengestaltung „Alle meine Zwerge“:

Die Vignaiolos des Valpolicella

Das Valpolicella ist ein Weinanbaugebiet, welches in den lessinischen Hügeln liegt, sprich in etwa zwischen Verona und dem Gardasee. Das Valpolicella wird in drei Gebiete unterteilt: Valpolicella, Valpolicella Classico (um die Orte Fumane, Negrar und Marano) und Valpolicella Valpantena. Ein Teil des Valpolicella reicht sogar bis innerhalb der Stadtgrenze von Verona. Der Name Valpolicella entstammt den Worten „val polis cellae“ was „Tal der vielen Keller“ bedeutet. In diesem Gebiet wurde schon zu Zeiten des römischen Reichs Wein angebaut. Bereits zu dieser Zeit erkannte man die ausgezeichnete Lage mit der Nähe zum Gardasee, welcher dieser Gegend ein mediterranes Klima beschert und die Gegend perfekt mit Wasser versorgt.

Der bekannteste und wichtigste Wein, der in dieser Gegend hergestellt wird, ist der Amarone. Ich habe gelernt, dass der Amarone ein Meditations-Wein ist (so wird er wirklich von allen bezeichnet). Den soll man trinken, wenn Herbst/Winter vor der Türe steht, man Ruhe hat und Zeit zum Nachdenken. Auch wenn auf manchen Etiketten des Weins Empfehlungen stehen, zu welchem Essen dieser Wein getrunken werden kann – die Experten vor Ort raten alle dringend davon ab. Bei dem Wein kommt man nur in den vollen Genuss, wenn man ihm voll und ganz die ungeteilte Aufmerksamkeit widmet.

Viele der Vignaiolos sind seit mehreren hundert Jahren in Familienbesitz und oftmals gehört eine wunderschöne alte Villa zum Anwesen. Neben Wein wird oft auch Olivenöl produziert. Manchmal gibt es auch Balsamico oder Reis.

Im letzten Sommer habe ich in der Gegend tatsächlich Rotwein für mich entdeckt, den Valpolicella Ripasso. Bis dato konnte man mir teuren oder billigen Rotwein vorsetzen, ich mochte ihn einfach nicht.

In diesem Jahr habe mich dann anstatt viel Sightseeing mehr mit dem Testen der verschiedenen Winerys bzw. deren Wein beschäftigt. Hierzu gehörte meistens eine Tour durch die Kellerei und man bekam einen kleinen Einblick in deren Anbaugebiet. Es waren interessante Stunden, nette Gespräche mit Reisenden aus aller Welt und jede Winery für sich war immer etwas anders. Zudem wurden zum Wein oftmals noch köstliche Leckereien aus der Gegend gereicht.

Da ich nicht alle Winerys geschafft habe, muss ich die Tour im nächsten Sommer wohl oder übel leider fortsetzen.

Guerrieri Rizzardi

Guerrieri RizzardiVilla Rizzardi & Il Giardino di Pojega in Negrar
03. September 2020

Die Weine: Valpolicella Ripasso, Amarone, Zeni Bardolino, Bardolino Chiaretto Classico Keya

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Bertani

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist img_0314.jpg.Villa Mosconi Bertani in Arbizzano-Santa Maria
04. September 2020

Die Weine: Soave, Valpolicella, Valpolicella Ripasso, Amarone

Weitere Details

Tommasi

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist img_0952.jpg.Tommasi Viticoltori in Pedemonte di Valpolicella
08. September 2020

Die Weine: Lugana, Valpolicella Classico Superiore, Valpolicella Ripasso, Amarone

Weitere Details

Allegrini

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist img_0103.jpg.Villa della Torre in Fumane
03. September 2020

Die Weine: Soave, Valpolicella Superiore, Valpolicella Amarone und noch einer, den ich vergesen habe

Weitere Details

Masi

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist img_0748.jpg.Villa Serego Alighieri in Sant’Ambrogio di Valpolicella
07. September 2020

Die Weine: Bonacosta Valpolicella, Valpolicella Classico Superiore, Riserva Cotasera, Recioto della Valpolicella

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Tenute Ugolini

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist img_1040.jpg.Villa San Michele in San Pietro in Cariano
08. September 2020

Ugolini & Mora-Weine zum Vergleichen: Amarone, Valpolicella Classico, Valpolicella Ripasso und dazu noch Limoncello & Olivenöl Valle Alta

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Sartori

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist img_1162.jpg.Casa Vinicola Sartori in Negrar &
Sartori Wine Shop in Pedemonte

09. September 2020

Die Weine: Amarone , Valpolicella Ripasso, Marani, Arnea, Recioto di Soave

Weitere Details

Sartori

Casa Vinicola Sartori, Negrar
Sartori Wine Shop, Pedemonte
09. September 2020

Sartori war das letzte Tasting meines Aufenthalts im Valpolicella. Hier hat mich die zauberhafte Francesca empfangen, die mir eine private Führung über das Anwesen gegeben hat.

So wirklich viel zu sehen gab es nicht, außer sehr viele Weinfässer und eingelagerte Weinflaschen. Interessant war allerdings, dass es hier zementierte Weintanks gibt. In den anderen Winerys gab es immer nur Holz oder Stahl.

Die Entscheidung zwischen Holz, Stahl und zementiert ist die Entscheidung über die Geschmacksrichtung des Weins. Ich habe gemerkt, dass ich den aus Holzfässern bevorzuge, allerdings war der Ripasso von Sartori auch wirklich sehr gut. Ist der Wein in Holz gereift, wird er vollmundiger und das Holz fügt seinen Geschmack hinzu, während Stahl und Zement natürlich keinen Eigengeschmack abgeben. Der Wein wird dadurch fruchtiger und ich habe auch das Gefühl, etwas leichter (nicht vom Alkohol, sondern vom Geschmack).

Der Weg führte uns am Ende der Führung, es war ca. 10:30, durch die Halle in der der Wein abgefüllt wird. Der Tageszähler lag bereits bei 22.000 Flaschen. Zum Vergleich, die kleine Winery, die zu meiner Agriturismo Unterkunft in Verona gehört, stellt ca. 33.000 Flaschen pro Jahr her.

Das Tasting (so früh am morgen hab ich noch nie im Leben Wein getrunken) fand im zwei Kilometer entferntem Weinshop statt. Dort wird man sehr freundlich von den Geschwistern Alberto und Lina empfangen. Lina hat mir sogar ein paar Reisetipps gegeben.

Es gab allerlei Leckereien zu den Weinen – und die Weine schmeckten alle! Das war in keinem Tasting zuvor der Fall. Ich konnte u.a. Arnea probieren, ein Schaumwein. Arnea wird bei den Opernfestspielen in der Arena von Verona den Gästen gereicht. Und ich weiß jetzt definitiv den Grund und musste den auch direkt neben dem Weißwein Marani kaufen.

Und ich hatte Glück! Es kam gerade eine frische Panetone, die ich dann zusätzlich noch mit dem Recioto di Soave, probieren durfte. Francesca ist gerade dabei die Panetone für das Weihnachtsgeschäft auszuwählen. Panetone mag ich ja persönlich gar nicht – aber wer immer die gebacken hat, hat einen ziemlich guten Job gemacht. Die war sehr sehr lecker. Ich habe Francesca gesagt, die kann Sie kaufen.

Tommasi

Tommasi Viticoltori, Pedemonte di Valpolicella
08. September 2020

Die Tommasi Viticoltori wurde erst 1902 gegründet – gehört aber inzwischen zu den größten und bekanntesten Kellereien aus dem Valpolicella. Hier gab es leider keine Villa und keinen tollen Garten, dafür aber eine sehr interessante Führung und ein Tasting mit Matt – das „Tommasi Family Estates Experience“. Das kann ich wirklich nur empfehlen.

Hier hat man gemerkt, dass in wesentlich größeren Dimensionen produziert und somit auch mehr Umsatz generiert wird – was die Kellerei selbst angeht, war sie wohl die beeindruckendste. Ob das nun der wirklich wirklich tolle Imagetrailer war (den auch Italien selbst als Imagetrailer verwenden könnte) oder der imposante Weinkeller, der zuletzt die Location einer Armani Fashion Show war. Trotzdem hat man aus den Erzählungen von Matt herausgehört, dass alles immer noch sehr familiär geleitet wird.

Wineshop

In ganz Italien sind Ländereien der Familie Tommasi zu finden, in denen über 50 verschiedene Weine angebaut und hergestellt werden. Matt hat erzählt, dass selbst die ältere Generation der Familie oft noch täglich anwesend ist und auch bei der Weinlese hilft .

Ein Richtungswechsel in den 90ern führte zur heutigen Größe von Tommasi. Man war mutig, hat mehr Anbaugebiete erschlossen und expandiert. Inzwischen hat die 4. Generation der Weinerben das Geschäft übernommen.

In den Kellern lagern noch die drei Fässer, die 1902 von Giacomo Battista Tommasi gekauft wurden und in denen der erste Tommasi Wein gereift ist. Die Fässer werden am Leben gehalten, in dem Sie mit Wein gefüllt werden, allerdings billigem Wein, da der natürlich nicht mehr trinkbar wäre. Die Fässer haben längst den Geschmack verloren haben, den sie normalerweise an den Wein abgeben würden.

Die Armani-Fashion-Show kann man sich hier wirklich gut vorstellen.

Nach der unterhaltsamen Führung mit Matt durften wir endlich auch die durchaus leckeren Weine von Tommasi testen.

Masi / Serego Alighieri

Villa Serego Alighieri, Sant’Ambrogio di Valpolicella
07. September 2020

Das Masi Wine Experience startete im Wineshop, führte durch Weinreben zur Kellerei im Hauptsitz. Es wurde viel über die Geschichte und die Herstellung des Weines erzählt. Ich bin kein großer Fan des Weines von Masi, darum habe ich mich am Ende mit Olivenöl und Reis begnügt.

Die Winery Serego Alighieri blickt auf über 650 Jahre Weinanbau im Valpolicella zurück und gehört damit zu den geschichtsträchtigsten und ältesten Kellereien in dieser Gegend. Bereits 1353 wurde die Casal dei Ronchi von Pietro Alighieri in Gargagnago – angesiedelt im Herzen des Anbaugebiets Valpolicella Classico – erworben. Pietro ist kein geringerer, als der Sohn des bekannten Dichters Dante.

In 1549 geschah dann das Unglück – es gab leider ausschließlich weibliche Erben, keinen Sohn. So wurde die Dame des Hauses mit Marcantonio Serego vermählt, welcher einer sehr einflussreichen Familie entstammte. Marcantonio erhöhte die Produktivität der Ländereinen um ein Vielfaches und trieb den Weinbau voran.

Die Tenuta Serego Alighieri wurde 1973 ein Teil der Masi-Gruppe, als prestigeträchtigste und geschichtlich relevanteste Winery der Marke.

Eine Anekdote am Rande – Masi hatte den Namen Valpolicella Ripasso für sich patentieren lassen, da sie auch Anfang der 60er Jahre das erste Mal dieses Herstellungsverfahren für Wein genutzt hatten. In 2006 gab Masi nach diversen Beschwerden der Konkurrenz, die das gleiche Verfahren nutzten, die Wortrechte an die Camera di Commercio di Verona weiter. Nun kann jede Winery, die dort Mitglied ist, seinen Ripasso Wein auch Ripasso nennen.

Tenute Ugolini

Villa San Michele, San Pietro in Cariano
08. September 2020

Das Tasting war das Unterhaltsamste, aber nicht wegen des Tastings an sich, sondern dem holländischen Pärchen mit dem ich an dem Nachmittag den Tisch geteilt habe. Wir hatten über drei Stunden ziemlich viel Spass und waren uns einig, dass wir weder den Wein, noch das Tasting weiterempfehlen werden.

Nachdem uns der marketingtechnisch völlig fehlplatzierte Mitarbeiter den Wein mehr schlecht als recht vorgestellt hat, hat er ein paar Punkte gut gemacht, als wir deren beide Versionen des Amarone testen durften, als Zugabe sozusagen. Der UGOLINI Valle Alta Amarone del Valpolicella 2013 hat vor ein paar Tagen in Meran die Gold Medal WineHunter Meran 2020 erhalten. Ich mochte ihn nicht.

Irgendwann kam sogar der Chef persönlich zu uns, hat uns italienisches Gebäck gebracht, Limoncello, weiteren Wein angeboten und nochmal (diese leckere) Salami und Weißbrot gebracht.

Bertani

Villa Mosconi Bertani in Arbizzano-Santa Maria
04. September 2020

Die Villa Mosconi Bertani (oder Villa Novare) ist wirklich ein kleines Juwel. Ich bin ganz verliebt und verzaubert und möchte direkt einziehen.

An der Villa kam ich eher zufällig vorbei und hatte Glück, da direkt eine Führung und eine Weinprobe stattfinden sollte und es war noch ein Platz frei für mich.

Der Guide hat uns zuerst durch Villa & die beiden Gärten geführt und viel von der Historie des Anwesens und des Weinanbaus erzählt.

Die Familie Fattori beauftragte 1735 den Bau, fertiggestellt wurde sie allerdings erst nach Kauf durch die Familie Mosconi 1769. Diese erweiterte zudem die Ländereien und es entstand eines der damals größten Weingüter in Norditalien. Die Geschichte des Weinanbaus auf dem Anwesen von Bertani geht bis in die Römerzeit zurück.

Die Villa wurde als Sommerresidenz von der Gräfin Elisabetta genutzt und war Treffpunkt bekannter Schriftsteller und Dichter der damaligen Zeit. Ippolito Pindemonte, dem eine Liebesaffäre mit der Gräfin nachgesagt wurde, war dort sogar über 10 Jahre bis hin zum Tode der Gräfin wohnhaft.

Und eben hier wurde eher zufällig der Amarone, der bekannteste Wein aus dem Valpolicella, ‚entdeckt‘. Man erzählt sich, dass man ein Fass des Recioto verloren und zufällig wiedergefunden hätte. Bevor man aber nun den vermeintlich verdorbenen Wein wegschüttete, hat man ihn glücklicherweise doch noch gekostet. Wider den Erwartungen eines verdorbenen Weins trank man einen sehr schmackhaften und lang gereiften Rotwein. Dieser Rotwein ist heutzutage der bekannteste Rotwein der Gegend und wird von jeder Winery, die etwas auf sich hält, hergestellt.

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Mit dem Einfluss der Romantik Ende des 18. Jahrhunderts entstand ein Englischer Garten vor der Villa und man erschloss zugleich das Land dahinter, indem ein großer Garten mit See und Wald im nordeuropäischem Stil angelegt und gestaltet wurde. Konzipiert wurde das Ganze von Pindemonte, der auch die Idee zu dem kleinen Kaffeehaus hatte, welches am Ufer des Sees zu finden ist. Der See wurde in Form des nahegelegenen Gardasees angelegt.

In der Parkanlage sind verschiedenste Pflanzen und Bäume zu finden, welche bereits zu der damaligen Zeit unter anderem aus den USA und Kanada importiert wurden. Zudem gibt es einen großen Vogelkäfig, in dem wohl früher Vögel aus allerlei Ländern beherbergt waren.

Die Familie Bertani hat das Weingut erst Anfang der 50er Jahre erworben und vergrößert. Inzwischen wird der Wein in allerlei Länder exportiert, vornehmlich in die USA und nach Kanada.

Auf Grund der Geschichte und besonderen Art gehört diese schöne Anlage heutzutage zu den 80 Parks auf der Liste der „Großen Gärten Italiens“.

Vom Garten der Villa ging es mit unserem Guide zur Kellerei, wo unserer kleinen Gruppe die Geschichte der Winery als auch die Art der Weinherstellung erklärt wurde. Unser Guide war wirklich toll, man hat ihm die Leidenschaft für den Wein angemerkt und er kannte sich sehr gut mit der Geschichte des Weinguts aus. Es war wirklich ein sehr schöner Nachmittag dort, was sowohl an dem Guide, als auch der netten Gruppe lag.

Die anschließende Weinprobe war für mich die beste von allen. Die Weine wurden perfekt erklärt, wie man sie trinken soll, welche Geschmäcker man erkennen sollte, welche Trauben für die Herstellung des jeweiligen Weins genutzt wurden, wirklich alles.

Allegrini

Villa della Torre, Fumane
03.September 2020

Die Villa Della Torre ist der Sitz des Weinguts Allegrini. Leider waren die beiden Mitarbeiter dort überhaupt nicht bemüht, mir beim Tasting den Wein wirklich nahe zu bringen oder mir überhaupt etwas über die Geschichte von Allegrini zu erzählen. Evtl. schmeckt der Wein den beiden aber auch genauso wenig, wie mir. Jedenfalls saß ich da ganz allein in dem süßen Garten und hab das schöne Wetter und die wunderbare Aussicht mehr genossen, als den Wein.

Nachgelesen kann ich euch sagen, dass die Wurzeln der Familie tatsächlich ins Valpolicella zurückgehen, um 1850 wurde dort ein landwirtschaftlicher Betrieb gegründet. Die Villa Della Torre in Fumane, ein Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert, ist erst allerdings seit 2008 im Besitz von Allegrini.

Guerrieri Rizzardi

Villa Rizzardi & Il Giardino di Pojega in Negrar
03. September 2020

Es war ein zauberhafter Nachmittagsspaziergang im Giardino di Pojega. Der Garten gehört zur Villa Rizzardi und dem angrenzenden Weingut. Ich hatte den Garten an dem Nachmittag tatsächlich ganz für mich alleine und die Ruhe dort sehr genossen. Es ist ein klassischer italienischer Garten, welcher um 1780 vom Veroneser Architekten Luigi Trezza, im Auftrag von Antonio Rizzardi, erschaffen wurde.

Im 18. Jahrhundert entstanden während er italienischen Rinascimento viele solcher Gärten, welche sich absolut der Geometrie hingaben, Buchsbäume weisen zumeist die Wege, es gibt Brunnen, kleine Seen, Steinfiguren und im Falle des Garten Pojega auch „Das Grüne Theater“, das größte seiner Art in Italien – und es wird immer noch für Aufführungen genutzt.

Zudem befinden sich im Giardino di Pojega ein Tropfsteintempel, der Statuen von Herkules, Diana, Apollo und Venus beherbergt und auch ein kleiner See, in dessen Nähe eine Statue der Meeresnymphe Thetis zu finden ist.

Die Länderei Pojega wurde bereits 1649 von derr Familie Rizzardi, ihres Zeichens Grafen, erworben.

Das Tasting war spontan, for free und die sehr nette Dame des Wine-Shops hat mir allerlei zu den Weinen erzählt.