Stars and Stripes an der Ostküste – Roadtrip 2013

Eine Bekannte hatte mich gefragt, ob ich nicht was von meiner USA Reise schreiben könnte, nachdem ich ihr von meinem Blog und ein paar Reisegeschichten erzählt hatte. Der Roadtrip damals waren knapp 2,5 Wochen totale Freiheit. Ich hatte nur die ersten Anlaufpunkte gebucht – New York, Martha’s Vineyard und Boston. Für die restliche Reise war der Plan, da bleiben, wo es schön ist. So bin ich zum Beispiel auch im wunderbaren Örtchen Ogunquit gelandet. Ein indianischer Begriff, der soviel heißt wie „Schöner Ort am Meer“.

Ogunquit

Warum an die Ostküste im Oktober? Natürlich der Indian Summer. Diese Farbenpracht der Bäume. Leider ist der Zeitpunkt nie exakt vorhersehbar, weshalb ich nur noch die Ausläufer des Indian Summer mitbekommen habe, und das war schon beeindruckend schön.

Blick über den East Rock Park in New Haven gehüllt in die Farben des Indian Summer

New York

07.-11. Oktober 2013

Los ging es in New York – und da wollte ich überhaupt nicht hin. Mir wurde damals von allen Seiten gesagt, wenn du an die Ostküste reist, musst du nach New York. Du darfst nicht in New York landen und direkt die Stadt verlassen, das geht einfach nicht. Okay, ginge schon, aber ich habe es dann doch nicht gemacht und bin vier Nächte geblieben.

Blick vom Empire State Building

Ankunft in New Jersey war gegen 22 Uhr abends, von dort ging es mit dem Zug zur Penn Station. Im Zug schon der erste Schock in völlig übermüdetem Zustand – die Fähre nach Martha´s Vineyard wurde gencancelt und somit auch die Fähre von dort für die Weiterfahrt nach Boston. Der Plan war ursprünglich am Freitag mit Blick auf die Skyline von New York nach MV zu schippern. Seastreak hatte ernsthaft mal eben beschlossen, die Saison früher zu beenden. Frechheit.

Von der Penn Station raus in die Stadt zum Taxistand und ich war nicht mehr nur übermüdet sondern auch völlig erschlagen und überfordert von der Lautstärke, dem Verkehr, den vielen Mensch, den Lichtern, einfach allem. Ein Taxi hat mich zu meinem Hotel im West Village gebracht, das THE JANE. Bekannt wurde das Hotel damals in der Klatschpresse, weil Katie Holmes mit Ihren Freundinnen dort die Scheidung von Tom Cruise gefeiert hat.

Geschichtsträchtig ist es zudem – Überlebende der Titanic wurden 1912 dort einquartiert. Ursprünglich gebaut wurde das Gebäude als Hotel für Seemänner vom American Seamen’s Friend Society Sailors’ Home and Institute.

Angekommen in diesem Hotel und ich wollte nur weg. Ich wusste zwar, dass es kleine Zimmer sind und Schiffskajüten nachempfunden, aber ich habe in dem Zimmer fast keine Luft bekommen, es war alles so beengt, stickig, die laute Klimaanlage – Fenster öffnen … vergiss es.

Aber gut, nun war ich nun mal da und wollte das beste daraus machen. Nach einer ersten schlaflosen Nacht gab es ein – so habe ich es zumindest in Erinnerung – leckeres Frühstück in der hoteleigenen Bar. Für ein weiteres Frühstück am letzten Tag in N.Y. war ich auch schon verabredet mit der lieben Anne, die zufällig gleichzeitig mit ihrem Freund in der Stadt war.

Im Flugzeug hatte ich schon festgestellt, dass ich nur einen Reiseführer für die Neuengland-Staaten hatte, New York selbst hab ich einfach vergessen. Zum Glück kennt man die Stadt aus so vielen Filmen, dass man sich dann auf eine Art heimisch gefühlt und da ich allgemein gerne einfach mal drauf los gehe und dadurch bei Reisen schon vieles entdeckt habe, was sonst außen vor geblieben wäre, war das nun eben auch in New York so. 5th Avenue, Empire State Building, eine Fahrt im Sightseeing Bus, das Rockefeller Center, Downtown, der Financial District, Time Square (inklusive M&Ms Shop), eine Tour in den NBC Studios, Shopping … alles war dabei und für mich dann auch völlig ausreichend.

Skyscraper

Lebendige Stadt


@T-Mobile #unleash

Völlig unerwartet bin ich am letzten Abend in New York auf einem Konzert von Shakira gelandet und das auch noch for free. Ich war vom Time Square aus abends zu Fuß auf dem Weg zum Hotel – da war von der Weite pinkes Licht zu sehen – ich dachte, eh meine Richtung, da gehst du mal hin. Es hat sich dann als eine Veranstaltung von T-Mobile herausgestellt, die zum damaligen Zeitpunkt LTE in den USA gelauncht haben:

Nach dem Frühstück mit Anne am nächsten Tag ging es im Greyhound Bus nach New Bedford und von dort mit der Fähre dann endlich weiter zum zweiten Ziel: Martha’s Vineyard. Die Wartezeit in New Bedford hat mir der weltbeste Cheesecake versüßt.

In New Haven auf Marthas Vineyard kam ich gegen 22 Uhr an. Alle Profi-Marthas-Vineyard Reisenden waren gefühlt innerhalb von 0,3 Sekunden in sämtliche Taxis gestiegen und weg, während ich noch dabei war, mich erstmal grundlegend zu orientieren. Einem Taxifahrer mit anderen Gästen kam ich dann wohl etwas verloren vor, er kam auf mich zu und hat mich zu meinem Hotel nach Oak Bluffs gefahren.

Um ca. 23.30 Uhr stand ich vor einem verschlossenem und dunklen Hotel. Mit einem Handy ohne Netz. Das war dann der Zeitpunkt, wo ich wirklich fix und fertig war und einfach wieder nach Hause wollte. Mein Glück waren zwei asiatische Touristinnen, die zufällig des Weges kamen und für mich die Hotelbesitzerin angerufen haben. Sie hat mich extrem herzlich empfangen und ab da hat wirklich ein wunderschöner Urlaub angefangen. Aber lest selbst und macht euch ein Bild davon …

11. – 13. OktoberMartha’s Vineyard – „Beware of the Sharks“
13. – 14. OktoberBoston: Unterwegs auf dem Freedom Trail mit einer Einladung zum Tee
15. Oktober Portland, das Wedding Cake House und ein Sonnenuntergang auf dem Weg zum „Schönen Ort am Meer“
15./16. OktoberVon schönen Stränden, Leuchttürmen und einem U-Boot
17. OktoberHexen, Geister und Vampire in Salem
18.-20. OktoberAuf Cape Cod: The Kennedys
20.-21. OktoberVon Plymouth nach Providence mit Jack O’Lantern
21. – 23. OktoberAtemberaubende Aussichten, Elihu Yale und irgendwann ging es doch wieder heim
SpecialTrick or Treat: Halloween

Was ist mir am meisten in Erinnerung geblieben von der Reise? Das Shakira Konzert auf jeden Fall, die Präsenz von JFK 40 Jahre nach seinem Tod. Das erinnert mich an die Verehrung von Ché Guevara auf Kuba, der dort auch allgegenwärtig scheint. Ogunquit und eine Begegnung auf dem Weg nach Cape Cod. Und natürlich dieser leckere Cheescake in New Bedford. Der wunderschöne Sonnenuntergang in Cape Porpoise und der atemberaubende Ausblick in Newport. Die 1000 bunten M&Ms am Times Square. Oh … und fast hätte ich es vergessen … die Walrösser an den Stränden! Es war so witzig, wenn man im Sand saß, aufs Meer geblickt hat und immer wieder diese Köpfe hochkamen! Deshalb muss man sich allerdings auch vor den Haien in acht nehmen … die fressen gerne alles.

Warnschild am Nauset LIght House

Stars & Stripes

O say does that star-spangled banner yet wave
O’er the land of the free and the home of the brave?

Francis Scott Key im Jahre 1814

Martha’s Vineyard – „Beware of the Sharks“

Wer hat Lust auf Lebkuchen?

11. – 13. Oktober 2013

Den Wechsel von New York nach Martha’s Vineyard könnte man als kleinen Kulturschock bezeichnen. Die Insel war das komplette Gegenteil dieser riesengroßen Metropole. Ruhig, übersichtlich, das Ende der Urlaubssaison … der perfekte Ausgleich zu den stressigen ersten Tagen des Urlaubs. Die Zeit auf Noepe hab ich sehr genossen.

Die ca. 230 km² große Insel vor der Küste Massachusetts war früher Indianerland; nach wie vor leben dort Native Americans vom Stamme der Wampanoag. Die „alten“ Indianernamen von Orten wie z.B. Aquinnah, mit dem Aquinnah Lighthouse , sind nach wie vor geläufig und sehr präsent. In der Sprache der Wampanoag’s heißt die Insel „Noepe“ (Dry Land amid Waters).

Filmfans ist die Insel wahrscheinlich besser bekannt als Amity Island – dem Drehort von Jaws.

Etwas traurige Bekanntheit erlangte Martha’s Vineyard im Sommer 1999 als John F. Kennedy jr., der Sohn des namensgleichen US-Präsidenten, mit seiner Ehefrau und Schwägerin vor der Küste der Insel mit einem Kleinflugzeug bei schlechten Wetterverhältnissen ins Meer stürzte.

Meine Unterkunft war das süße „Madison Inn“ in Oak Bluffs, eigentlich wie ein englisches Bed & Breakfast. Was bei den ersten Siedlern und dem englischen Einfluss der Ostküste nun auch nicht verwunderlich ist. Schließlich war ich ja auch in New England. Die Gastgeberin war zauberhaft und ich hatte einen sehr schönen Aufenthalt.

Eine Bustour über die Insel, das Aquinnah Lighthouse, nett Abendessen im Diner „Linda Jean’s“, die Hauptstadt Edgartown und Vineyard Haven habe ich natürlich auch besucht. Nicht zu vergessen die „Lebkuchenhäuschen“.

Oak Bluffs

Gingerbread Houses in Oak Bluffs

Die Gingerbread Houses sind auf dem Grund der Methodisten Kirche gebaut worden, es war Anfang des 18. Jahrhunderts ein Sommercamp. Als man sich immer öfter und länger auf der Insel traf, hat man kleine Cottages gebaut, die der Geschichte um Hänsel & Gretel nachempfunden worden sind. Es ist wirklich völlig verrückt und faszinierend, wenn man dort durch die Gassen und kleinen Straßen geht. Ich war damals ganz verliebt in diese Häuschen und es macht den Ort Oak Bluffs wirklich außergewöhnlich.

Etwas ähnlich fasziniert von bunten Häusern war ich Jahre später – 2019 in Italien auf der kleinen Insel Burano in der Nähe von Venedig. So hübsch wie es aber dort auch war, die Gingerbread Houses von Oak Bluffs sind wirklich sehr besonders. Von ursprünglich 500 Cottages sind heute noch ca. 300 zu finden. Die Cottages haben alle Namen, die meistens über der Tür zu lesen sind.

Gay Head Light oder Aquinnah Lighthouse

1865 wurde der Leuchtturm, so wie er heute steht, fertiggestellt und in Betrieb genommen. Mitte der 1980er Jahre nahm man ihn in die Liste der Historischen Plätze der USA auf. Bereits seit 1799 war an dieser Stelle ein Leuchtturm zu finden, allerdings wurde dieser damals aus Holz gebaucht und wich später dem jetzigem Light House.

Die großen Klippen, die Weite … man kommt sich fast vor wie am Ende der Welt. Ein wirklich wunderschöner Ort. Breathtaking sozusagen 🙂

Edgar Town

Eine Bustour über die Insel hat mich nach Edgar Town gebracht. Edgar Town ist der Verwaltungssitz der Insel und wurde 1642 gegründet. Zu Edgar Town gehört auch die kleine Insel Chappaquiddick – genannt „Chappy“. Zwischen Festland und Insel ist ein reger Verkehr mit Fähren für Autos die von einem Ort zum anderen müssen.

Stoppover: Woods Hole

Mit der Fähre ging es weiter nach Woods Hole und von dort mit dem Bus nach BOSTON. Ich glaube zumindest, es war der Bus, ich erinnere mich nicht mehr wirklich. Woods Hole war ein sehr nettes kleines Örtchen.

Boston: Unterwegs auf dem Freedom Trail mit einer Einladung zum Tee

Endlich gab es die preisgekrönte Pasta.

13. und 14. Oktober 2013

Gegen 19 Uhr abends kam ich in Boston im Ames Hotel an. Das war die teuerste Unterkunft, die ich mir auf der Reise geleistet hatte. Die Hotels dort im Zentrum sind allgemein sehr hochpreisig, aber für eine Nacht war dezentral keine Option. Also fiel die Wahl auf das AMES HOTEL, das erst in 2007 eröffnet hatte. Ein wunderschönes und beeindruckendes Gebäude, gebaut Ende des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude wurde ursprünglich als Hauptsitz der Ames Agricultural Tool Company errichtet und war bis 1915 sogar das höchste Gebäude der Stadt.

Die nette Gastgeberin im Madison Inn auf MV hatte mir ja ein Restaurant empfohlen, das Limonicello. Sie meinte, ich muss dort die preisgekrönten Pasta essen, die Rosette. Nachdem das Restaurant fußläufig tatsächlich in etwa nur 10 Minuten vom Hotel entfernt war, hab ich das dann auch gemacht. Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht. So gute Pasta habe ich selten gegessen.

Boston wurde 1630 gegründet und ist eine der ältesten, geschichtsträchtigsten und wohlhabendsten Städte der USA. Ansässig ist hier u.a. die weltbekannte Harvard University und es ist die Heimat des Boston Symphony Orchestra.

Die Stadt habe ich sehr europäisch mit strahlendblauem Himmel in Erinnerung. Die Staaten an der Ostküste hoch Richtung Kanada sind allgemein sehr geprägt von den europäischen Einflüssen bzw. den ersten Siedlern; seien es nun die Ortsnamen, Gebäude oder auch Sehenswürdigkeiten.

Freedom Trail

Der Freedom Trail ist ca. 4 km lang und führt einen vorbei an 17 historischen Sehenswürdigkeiten. Verlaufen kann man sich entlang des Trails auch nicht, der ist durch Pflastersteine im Boden vorgegeben, was sehr praktisch ist, um einen Überblick über die Stadt zu bekommen – vorallem, wenn man nur einen Tag da ist.

Boston Tea Party

Im Dezember 1773 kam es zum Höhepunkt des Aufstands der Kolonien gegen das Mutterland Großbritannien – was in der sogenannten Boston Tea Party endete. Bürger der Stadt verkleideten sich als Indianer und warfen Kisten voll Tee der britischen East India Compay ins Wasser. Eine Geschichtsstunde dazu gibt euch bei Interesse sicher Wikipedia … heute kann man jedenfalls die nachgebauten Schiffe und ein Museum besuchen, welches am Platz des damaligen Geschehens zu finden ist.

Train to Wonderland

Gegen 17 Uhr ging es mit der U-Bahn zum Flughafen, dort habe ich bei Sixt mein Auto in Empfang genommen und der Roadtrip konnte endlich richtig starten. First Stop: Portland.

Portland, das Wedding Cake House und ein Sonnenuntergang auf dem Weg zum „Schönen Ort am Meer“

Von Portland via Old Orchard Beach, den Kennebunks und Cape Porpoise zum Schönen Ort am Meer. Und das alles an einem Tag.

15. Oktober 2013

Portland, ME

Meine erste Nacht on the Road verbrachte ich im Motel 6 in Portland. Die Alternative, das Hilton, hätte mir spätabends in der Tat mehr zugesagt, aber der Preis war dann doch ausschlaggebend. Zudem war ja auch der Plan in Motels zu übernachten. So wie die das eben auch alle in den Filmen machen 😉 Frühstück gab es am nächsten Morgen einem netten Café. Das O! Others ist für mich immer einer der ersten Gedanken, wenn ich an den Beginn des Roadtrips denke. Wenn es in München verortet wäre, wäre es sicher mein Lieblingscafè.

Bevor es weiter nach Old Orchard Beach ging, habe ich noch die Stadt erkundet. Tatsächlich hatte ich den Hafen dort gar nicht mehr in Erinnerung, für mich hat im Gedanken der Ort mit diesem merkwürdigem Building aufgehört, was mich etwas an das Spiderman-Gebäude in New York erinnert hat.

Auf dem Weg nach Old Orchard Beach, ME

Old Orchard Beach, ME

Old Orchard Beach, wieso ich nun dahin gefahren bin … ich habe keine Ahnung. Wahrscheinlich wegen dem hübschen Namen und Strand ist eigentlich auch immer gut. So sehr ich Sommer und Sonne liebe, die Strände um die Jahreszeit zu besuchen hatte einen ganz eigenen Charme, der aus einer anderen Zeit zu stammen scheint.

Auf dem Weg nach Kennebunk, ME

Die Kennebunks, ME

Die Kennebunks sind – ganz im Gegensatz z. B. von Hyannis – absolut republikanisch geprägt gewesen zu dieser Zeit. Und wahrscheinlich immer noch. Immerhin war es auch die Heimat vom ehemaligen Präsidenten der USA George H.W. Bush. Maximal vergleichbar in Bayern ist das mit Franz Josef Strauß, aber das kommt nichtmal ansatzweise an die Präsenz von JFK oder Bush in den Orten, in denen sie beheimatet waren oder Urlaub gemacht haben. Und aus bayrischer Sicht ist Franz Josef sicherlich mit George oder JFK vergleichbar 😉

Die „Kennebunks“ bestehen aus einigen Örtchen, u.a.: Kennebunk Village, Lower Kennebunk, West Kennebunk, Kennebunk Beach, Kennebunk Meadows und dann gibt es da noch Kennebunkport. Ein eigenständiger Ort.

Wedding Cake House, ME

Der Bau wurde 1825 vom Schiffsbauer George W. Bourne in Auftrag gegeben. 1852 wurde das Haus vom Feuer erwischt, da Bourne zu diesem Zeitpunkt in Italien beeindruckt vor dem Mailänder Dom stand, wurde es in Anlehnung an den Dom wieder aufgebaut. Die Legende besagt, dass das Haus im Wedding Cake Look erbaut wurde, weil Bourne seiner Frau Mary keine Hochzeitsreise geschenkt hat. Das Haus zählte einst als das meistfotografierte Haus in Maine.

Sunset am Cape Porpoise, ME

Nachdem ich mir die Fotos gestern wieder angesehen habe, erinnerte ich mich wieder an den Abend, bevor ich in Ogunquit ankam. Cape Porpoise kam, wie sovieles auf der Reise, by chance. Ich saß da und hab mir diesen wunderschönen Sonnenuntergang angesehen und die Ruhe genossen.

Wie oft hab ich nach der Reise gehört, was, du warst nicht in New York im Central Park? Was, du warst nicht im Metropolitan Museum? Ernsthaft … ich sage euch: das ist völlig egal. Solche Momente, wie der Sonnenuntergang am Cape Porpoise sind was besonderes und mit keinem Museum der Welt vergleichbar und vor allem unbezahlbar. Wenn mir jemand erzählt, er war auf dem Eiffelturm, wo sonst wieviele Touristen schon waren, bin ich wenig beeindruckt davon (ich selbst war erst beim 4ten Besuch in Paris auf dem Eiffelturm und das auch nur, weil Freunde von mir das unbedingt machen wollten).

Diese Momente, wie ein einfacher Sonnenuntergang sind viel mehr wert.

Und am Ende des Tages bin ich dann in Ogunquit gelandet, dem schönen Ort am Meer und hab erstmal im „Stage Run by the Sea“ übernachtet.

Von schönen Stränden, Leuchttürmen und einem U-Boot

Oder von Ogunquit nach Cape Neddick über York Beach nach Portsmouth und Hampton nach Salem.

Irgendwie so abends am 15. Oktober 2013 und dem folgenden Tag.

Ogunquit, ME

In der Sprache der Abenaki-Indianer steht Ogunquit für „beautiful place by the sea“ – schöner Ort am Meer. Ich finde es immer beeindruckend, wie ein einziger Begriff in indianischer Sprache genau das beschreibt, wofür andere Sprachen mindestens vier Wörter brauchen. Schöner Ort am Meer.

Da war ich also. Nach dem Sonnenuntergang am Cape Porpoise war es schon dunkel, als ich dort ankam. Wahrscheinlich habe ich deshalb auch dort Stopp gemacht. Ich brauchte ein Motel. Der erste Halt galt allerdings dem Strand und noch bevor ich wusste, für was Ogunquit steht, hätte ich es genau so bezeichnet.

Übernachtet habe ich im „Stage Run by the Sea“. Leider außerhalb der Badesaison. Der Pool sah sehr verlockend aus und es war allgemein ein sehr hübsches Motel. Im Gegensatz zum Motel 6 oder Super 8, den großen Ketten.

Die Bilder geben leider gar nicht das Gefühl und Ausstrahlung des Ortes wieder. Ihr müsst da wohl oder übel einfach selbst mal hinfahren…

Cape Neddick, ME

Das Nubble Light House auf Cape Neddick wurde 1879 zum Schutz der Marine aufgestellt. Zum Leuchtturm gehört ein viktorianisches Häuschen im Gingerbread Look. Offensichtlich gab es an der Ostküste im späten 19. Jahrhundert viele Fans von Hänsel & Gretel (siehe Martha’s Vineyard).

U.S.S. Albacore

Und auf einmal war da ein U-Boot an der Straße. Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Die U.S.S. Albacore, ein 1952 erstmals zur See gelassenes und 1980 ausgemustertes U-Boot, welches seit 1986 als Museum dient – ein Kriegsschiff der United States Navy. Um das Schiff sind viele Gedenksteine aufgestellt, die an Gefallene aus dem zweiten Weltkrieg und mutige Soldaten erinnern.

York Beach, ME

Das war ein kurzer Stopover, ich glaube, ich war dort maximal eine Stunde, wenn überhaupt. Ein sehr süßer kleiner bunter Ferienort.

Portsmouth, NH

Wikipedia sagt: „Portsmouth ist eine Hafenstadt an der Südküste Englands in der Grafschaft Hampshire im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland.“ Aber ich war ja in den USA. Die gleichnamige US-Stadt (ich gehe davon aus, die Siedler haben den Namen über den Atlantik gebracht) im Bundesstaat New Hampshire bildet die Grenze zum Bundestaat Maine.

In der Stadt gibt es den Black Heritage Trail. Der Trail erinnert an Menschen und Orte, die mit der afrikanischen Geschichte der Stadt in Verbindung stehen. Teilweise bis in 1645 zurück datiert. Von einer gemeinnützigen Organisation ins Leben gerufen, soll der Trail zur Aufklärung der Ereignisse und besserem Verständnis für ein gutes Miteinander beitragen.

Oracle House

Das Haus ist eines der ältesten in ganz Neuengland. Gebaut wurde es ca. 1702 von Richard Wibird, einem Offizier der Royal Navy. Hier wurde die erste Zeitung im 18. Jahrhundert in New Hampshire gedruckt,

North Hampton, NH

Seit der Reise kann ich also auch behaupten, ich war schon mal „in den Hamptons“ … wie oft hat man in einem Film wohl schon gehört – „Wir fahren in die Hamptons“?

Übernachtet habe ich an dem Abend im Motel 6 in Danvers. Den nächsten Tag hatte ich mir dann voll und ganz für Salem reserviert und war so gespannt auf diese Stadt, die durch seine Hexenprozesse Ende des 17. Jahrhunderts bekannt wurde.

Hexen, Geister und Vampire in Salem

Ob mir wohl eine echte Hexe begegnet ist?

17. Oktober 2013

Ich war bereit für einen Tag voller Hexen, Geister und Grusel in Salem. Am besten gefiel mir dann der Hafen. In den Wochen vor Halloween hatte ich mir irgendwie mehr von der Witch City erwartet. Salem ist natürlich trotzdem ein Ort mit interessanter Geschichte um die berühmt-berüchtigten Hexenprozesse 1692. Gegründet wurde der Ort übrigens 1626 durch puritanische Fischer um Roger Conant, dem auch eine Statue gewidmet ist. Als Touristenmagnet dreht sich alles in der Stadt um die damaligen Ereignisse.

The Witch City

Witch House Salem

Das Haus wurde ca. 1642 erbaut und 1942 von der Historic Salem Inc. restauriert. In dem Haus wohnte Richter Jonathan Corwin, der in die Hexenprozesse von 1692 involviert war. Es ist das einzig bekannte Haus, welches direkt mit den Hexenprozessen in Verbindung gebracht werden kann. Es macht auch wirklich einen sehr düsteren Eindruck von außen – innen war es auch nicht besser.

Salem Witch Trials Memorial

Das Memorial ist eine lange Mauer aus Granit, die eine Wiese von drei Seiten umschliesst. In die Mauer eingelassen sind 20 Bänke, die den Namen und die Hinrichtungsart der Opfer der Hexenprozesse tragen. Daneben findet man einen der ältesten Friedhofe in ganz Nordamerika.

Salem Harbour mit dem Derby Warf Lighthouse

Selbstverständlich durfte auch hier der obligatorische Leuchtturm nicht fehlen. Der Hafen hat mich total überrascht, weil ich so auf Hexen fixiert war. Ein windiger und schöner Nachmittag dort.

Von Salem aus wollte ich ins Landesinnere Richtung Orange fahren, etwas mehr Indian Summer mitnehmen. Nach zwei Stunden Fahrt hatte es mich so dermaßen zurück an die Küste und das Meer gezogen, dass ich irgendwo im nirgendwo in einem Motel übernachtet und mich am nächsten Tag auf den Weg nach Hyannis auf Cape Cod gemacht habe. Cape Cod war auch die Heimat von JFK und seiner Frau Jackie. Wenn schon, denn schon. Und ich kann euch sagen, es war eine sehr gute Entscheidung. Auch wegen der Pancakes zum Frühstück.

Auf Cape Cod: The Kennedys

Drei schöne Tage auf Cape Cod. Von Windmühlen, Stränden und – was auch sonst – Lighthouses. Im Kino war ich auch.

18. – 20. Oktober 2013

Auf dem Weg nach Cape Cod

Hyannis, MA

Dockside Bar

Neben dem Café O! Others in Portland mein Favorit der Reise.

Es kann aber auch an diesem Ausblick gelegen haben, dass ich das Café so mochte:

John F. Kennedy Memorial

Das Denkmal wurde 1966 mit Blick über die Bucht errichtet, in der JFK sein ganzes Leben lang immer wieder gerne beim Segeln war. Im Brunnen kann man ein Zitat von einer Rede JFK’s 1962 lesen: „I believe it is important that this country sail and not lie still in the harbor.“

Und noch ein paar Eindrücke von Hyannis:

Nickerson State Park

Ein bisschen Indian Summer gab es dann noch im Nickerson State Park. Die Nationalparks waren damals alle mangels Geldes der US-Regierung geschlossen. Die haben erst in etwa zu dem Zeitpunkt wieder aufgemacht, als ich dann auch den Nickerson State Park bei Brewster auf Cape Cod besucht habe. Ich habe allerdings nur eine kleine Runde dort gedreht. Es war nicht viel los und es war ein bisschen unheimlich, wenn man zu viele Gruselfilme gesehen hat, wo Leute alleine zum Wandern gehen und dann von Axtmördern, Monstern oder Aliens geholt werden. Außerdem war Wandern zu dem Zeitpunkt auch nicht so ganz mein Ding.

Eigentlich wollte ich nach Provincetown, aber ich stand im Stau und es war kein Ende in Sicht. Somit war ich Mitten auf Cape Cod und habe mir die Eastham Windmill, das Nauset Light House und Coast Guard Beach angesehen.

Eastham Windmill

Es ist die älteste Windmühle auf Cape Cod – gebaut 1680 in Plymouth von einem Einwohner Easthams. Seit 1808 steht sie aber erst an diesem Ort.

Nauset Beach Light

Der Leuchtturm wurde 1836 in Auftrag gegeben, nachdem immer wieder Schiffe in der Gegend verunglückt waren. Er ist nach wie vor in Betrieb.

Coast Guard Beach

Coast Guard Beach ist einer der meistfrequentierten Strände auf Cape Cod während der Sommerzeit, zum Glück war im Oktober etwas weniger los. Ich saß dort gute zwei Stunden im Sand und habe die Leute und Walrösser beobachtet.

Penniman House

Das Haus wurde 1867 von Captain Edward Penniman gebaut, einem einheimischen Hochsee-Wahlfänger, der seine ersten Abenteuer auf See bereits mit 11 Jahren erlebt hat. Echte Walkieferknochen bilden den hinteren Zugang zum Grundstück.

Fort Hill Trail

Der Trail ist ein kurzer Spazierweg (ca. 1 Meile) entlang schöner Landschaft der in der Nähe von Eastham liegt.

Warum nun eigentlich nach Plymouth?

Das war auch „by Chance“, auf der Fahrt nach Cape Cod habe ich an einem Aussichtspunkt halt gemacht. Da war gerade ein Einheimischer mit Tante und Mutter unterwegs. Die beiden Ladies waren schon etwas betagter und er hat mit Ihnen einen Ausflug gemacht und wollte dort unbedingt mit mir ins Gespräch kommen. Als er dann auch noch mitbekam, dass ich aus Deutschland bin, hatte ich einen Fan. Entweder war er dort als Soldat stationiert oder er hatte mal einen längeren Aufenthalt bei uns. Er meinte, du musst u n b e d i n g t nach Plymouth und dir den Plymouth Rock ansehen. Es ginge nicht, dass ich hier in der Gegend wäre und nicht dort war. Was blieb mir also anderes übrig? Ich musste dahin aber davor musste ich erstmal googeln, was der Plymouth Rock eigentlich ist….?

Von Plymouth nach Providence mit Jack O’Lantern

Schon wieder die Pilgerväter und dann dann traf ich Jack!

20. und 21. Oktober 2013

Plymouth, MA
Der „Plymouth Rock“ also. Überdacht und abgeschirmt, wie es wohl sonst nur die Queen von England wird bei öffentlichen Auftritten. Der Ort selbst hat mir sehr gut gefallen – er hat sich mir an dem Tag aber auch bei strahlend blauem Himmel präsentiert. In jedem Fall war ich um den Tipp, den ich auf dem Weg nach Cape Cod bekommen habe, sehr froh – sonst wäre ich sicherlich nicht nach Plymouth gefahren. Immerhin einer der geschichtsträchtigsten Orte der USA.

Plymouth Rock

Hier haben William Bradford und die Pilgervätern das erste Mal amerikanischen Land betreten. Es ist einer der historisch wichtigsten Orte der USA. Das Plymouth Rock Monument, welches den Stein schützt, wurde von der Architekturfirma McKim, Mead, and White erbaut, sie sind z.B. für die Penn Station in NY verantwortlich und auch das Manhattan Municipal Building.

Eine Nachbildung der Mayflower ist im Hafen zu besichtigen.

National Monument to the Forefathers (früher: Pilgrim Monument)

Das Bauwerk gedenkt eben diesen Pilgervätern, die 1620 mit der Mayflower in Plymouth angekommen sind und über den Plymouth Rock das erste Mal die Neue Welt betreten haben. Die ersten Pläne zu diesem Monument sind 1820 datiert und von der Pilgrim Society in Auftrag gegeben worden, Grundsteinlegung war dann 1859 und die feierliche Eröffnung am 01. August 1889.

Und ein paar Eindrücke der schönen Stadt:

Pie Hole Pizza

Von Plymouth ging es für eine Nacht ins Knights Inn nach Seekonk, kurz vor Providence.

Providence, RI

Die Hauptstadt des Bundesstaates Rhode Island ist die drittgrößte Stadt in den Neuengland-Staaten. Sie wurde 1636 gegründet und wurde nach God’s merciful Providence“ durch den Stadtgründer Roger Williams benannt. Nachhaltig beeindruckt war ich nicht. Nur das Gelände und Gebäude der Brown University fand ich sehr schön.

Jack O’Lantern

Meine Augen haben den ganzen Abend im Roger Williams Park Zoo gefunkelt. Ich habe mich gefreut, wie ein kleines Kind bei dem Event dabei sein zu können: das Jack-O-Lantern Spectacular! Ich habe zufällig einen Flyer auf Hyannis davon in die Finger bekommen (zum Glück war ich Pancakes frühstücken) und ich wollte u n b e d i n g t hin. Bei Einbruch der Dunkelheit hat sich der Zoo in ein funkelndes, leuchtendes, gruselndes Lichtermeer aus über 5000 Kürbissen verwandelt!

Die Kürbisse waren teilweise richtige Kunstwerke und es hat soviel Spaß gemacht das zu sehen! Aufgeteilt waren die Kürbisse in verschiedene Themen: u.a. Bundesstaaten, Geschichte, Film & Musik, Sport.

Nach Providence kam ein Stop in West Haven und Übernachtung im Super 8 Motel. Langsam ging es wieder Richtung Heimat. Aber zuerst durfte ich noch atemberaubende Aussichten in Newport geniessen!

Atemberaubende Aussichten, Elihu Yale und irgendwann ging es doch wieder heim

Hatte ich ausreichend Burger auf der Reise?

22. und 23. Oktober 2013

Welcome to Rhode Island

Newport, RI

Newport war einer meiner liebsten Orte der ganzen Reise. Der Hafen mit den tollen Jachten, diese großen beeindruckenden alten Villen, der Cliff Walk. Sehr bezaubernd.

Und dann mein Lieblingscafé Nummer Drei der Reise: das Coffee Grinder am Hafen von Newport.

Newport Cliff Walk

Der Cliff Walk geht entlang der östlichen Küste von Newport und gilt als der schönste Küstenstreifen in ganz Neuengland. Verständlicherweise. Der Ausblick ist einfach atemberaubend! Den Cliff Walk – National Recreation Trail – gibt es seit 1975.

Einige Teile des Weges gehen durch Gärten wunderschöner alte Villen („Mansions“), die entlang der Küste gebaut wurden und inzwischen öffentlich zugänglich sind:

Yale University

Das Gelände der Yale Universität mit diesen großen alten Gebäuden ist wirklich sehr beeindruckend. Benannt wurde die Universität übrigens nach einem ihrer ersten Förderer – dem Kaufmann  Elihu Yale. Gegründet 1701 hat sich Yale zu einer der renommiertesten Universitäten der Welt entwickelt.

East Rock Park

Der East Rock Park gibt einem einen fantastischen Ausblick über New Haven und Long Island. In der Mitte steht das Soldiers and Sailors Monument.

Zurück Nach München via Newark

Am nächsten Tag ging es weiter nach Newark. Ich habe eine kleine Fahrt durch Jersey City gemacht und mittags mein Auto am Flughafen abgegeben. Nachmittags hab ich mir die Zeit in der Jersey City Hall vertrieben und war nochmal im Kino, passender Weise in „Baggage Claim“. Das Kino war so amerikanisch, wie man es aus den ganzen Filmen kennt.

Um 20 Uhr ging es zurück nach München. Aber vorher noch ein bisschen … Food & Drinks

Und darum gehen wir jetzt alle noch zur Hippy Hoola – Party:

Old Orchard Beach

Trick or Treat: Halloween

In der Nacht vom 31. Oktober auf den 01. November ist ja bekanntlich Halloween – „All Hallows’ Eve“. Ein brauch der eigentlich aus Irland stammt und wohl ca. 1830 von dort in die USA getragen wurde. In den USA hat das Fest inzwischen eine große Tradition und bereits in den Wochen davor werden Fenster, Türen und ganze Häuser dekoriert. In den Supermärkten und „einschlägigen“ Shops gibt es eine Auswahl an Halloween Artikeln, wie sie wohl wirklich nur in den USA zu finden sind. Seit Mitte der 1990er Jahre wird Halloween ja auch bei uns in Deutschland gefeiert und das von Jahr zu Jahr größer. Irgendjemand hatte wohl damals diese Marktlücke bei uns entdeckt.

Auf meiner ganzen Reise haben mich immer wieder verrückte Dekorationen anhalten lassen, ich war ich in unfassbar großen Halloween-Shops und war fasziniert vom Kostüm des Bavarian Guy. Hier findet ihr die interessantesten, verrücktesten, witzigsten und gruseligsten Eindrücke meiner Reise, die genau in den Wochen vor Halloween war.

New York

Kurz vor Portland

Bei Old Orchard Beach

Kennebunk

Ogunquit

Portsmouth

Auf dem Weg nach Newport

Kürbis-Verkauf kurz vor Newark

Spirit Halloween – Shop

Hunde-Kostüme

Walmart

Mhhhhhhh..